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Das Schicksal als Chance aus Tarot's Sicht
Der Sinn des Problems und das Problem des Sinns. Jeder Mensch hat seinen Lebensweg, den er zurücklegen muss. Aber einen Weg kann man freiwillig oder zwangsweise entlanggehen, bewusst oder unbewusst, man kann nach vorne von „Zufälle“, oder aber von Hindernissen, Störungen und Begrenzungen geschoben werden.
Desto mehr bewusster ein Mensch wird, je großere Freiheit hat er, aber er trägt auch größere Verantwortung fur alles, was ihm passiert. Und dann gewinnt die Frage nach dem Sinn an Bedeutung- eben die Frage nach dem Sinn von allem, was uns passiert /in guten und schlechten Zeiten, obwohl diese Frage meistens in dramatischen, „negativen“ Situationen aktuell wird /. Die Antworten auf unsere Fragen können wir auf vielen verschiedenen Weisen finden: Astrologie, Numerologie, Kabala, I Dzin, Hiromantik, Runen usw. / eigentlich, philosophisch betrachtet, ist alles auf dem Weg ein Zeichen/. Tarot ist ein solches System /in dem man alchemischer, astrologischer und numerologischer Symbolismus entdecken kann/- philosophisches, analytisches und vorhersagendes System, das und die Moglichkeit gibt, in die Tiefe zu durchdringen, den Sinn und die Zwischenverbindungen hinter allem und allen zu entdecken, unsere unklare oder verwirrende Situation oder Beziehung zu erleuchtern. Auf diese Weise arbeiten wir auf eine der grundlegendsten menschlichen Ängste- die Angst vor dem Unbekannten. Aber die Beratung mit Tarot oder mit irgendeinem ähnlichen System hebt nicht die Verantwortung von dem Menschen auf- ganz im Gegenteil, ihm wird klar, dass er im Zentrum von allem ist, dass die Welt um ihn herum seine innere Welt widerspiegelt, dass er, um das Problem zu „verdauen“, zu lösen, zu transformieren, sich selbst transformieren muss. Und die Veranderung kommt vor allem mit dem Verstehen des Wesentlichen, mit der inneren Bearbeitung, „Verdauung“ der Problemsituation.
Die Herkunft von Tarot: es gibt keine eindeutige und einstimmige Antwort auf diese Frage. Die erste Kolode Tarotkarten erscheint in Europa zwischen 14-15 Jh, was aber das Existieren von früheren Versionen nicht ausschließt. Lange Zeit sind die Tarot Koloden teuer und unzugänglich gewesen, während heute viele, manchmal wesentlich unterschiedliche Variante existieren. Aber das Wesentliche ist, dass im Grunde von Tarot ein uraltes esotarisches System liegt, das, wenn man es erforscht und praktiziert, einen neuen Blick und Verständnis gibt, es macht die Barierre zwischen bewusstem und unbewusstem durchdrinlich, es öffnet uns für das innere Bewusstsein, das jeder von uns tief in sich trägt, es öffnet uns neue Möglichkeiten, wird zum Weg, mittels dessen man auf der Suche nach dem göttlichen Sinn, sich selbst findet und kennen lernt.
Wie funktioniert Tarot? Zu diesem Thema existieren mehrere Theorien, indem sich die meisten nicht ausschließen,sondern einander ergänzen. Eine von denen lautet, dass Tarot die Verbindung zwischen Bewusst- und Unterbewusstsein ermöglicht, zwischen dem Gipfel des Eisbergs und seiner grundlegenden, unsichtbaren Basis. Tarot soll eine eigenartige Brücke sein, Vermittler zwischen unserem alltäglichen Bewusstsein und unserem höheren Ich, das, indem es sich außerhalb von Zeit und Raum befindet, einen vielseitigen und umfangreichen Blick und Verständnis hat. Eine andere Theorie ist mit der sogenannten „Synchronität“ verbunden- ein Begriff, eingeführt von dem schweizer Psychologe K.G. Jung. Mit Hilfe dieses Begriffs erklärt er die zeitlich-raumliche gegenseitige Verbindung von Ereignissen, die in keiner rational- erklarbaren ursachlich-kausale Beziehung zwischen einander stehen. Hier begegnen wir die sogenannte „Qualität der Zeit“- ein Begriff, der viel mehr im Osten als im Westen, wo wir vorwiegend mit der Quantitätsdimension der Zeit arbeiten, bekannt ist. Indem wir Tarot eine Frage stellen, können wir die Qualität der Zeit, die mit der gegebenen Frage/ respektiv mit dem gegebenen Problem/ verbunden ist, „erwischen“, „verrechnen“ und die Frage/ das Problem erleuchtern, analisieren und auf eine Weise, die für unseren üblichen alltäglichen Blickwinkel unzugänglich ist, verstehen. Mit Hilfe des bildhaften Tarotsystems errichten wir eine eigenartige „Karte“ des gegebenen Moments/Frage/Problem/Situation, die, wie alle Karten, uns zur Orientierung hilft- wie ist der Weg, woher kommt es und wohin geht er, wo geht er vorbei, sowie alle verschiedenen Weisen, auf die wir diesen Weg durchgehen konnten. Eine Karte kann den Weg nicht statt uns zurücklegen, aber sie kann uns viel helfen, selbstverständlich falls wir wissen, wie wir sie benutzen sollen und vor allem falls wir uns entscheiden, sie zu benutzen.
Wie hilft uns Tarot? Die Arbeit mit Tarot gibt uns die Möglichkeit, die Situation zu beeinflussen, indem wir sie verstehen und als natürliche und notwendige Etappe auf dem Weg zu unserem eigenen Aufwachsen akzeptieren. Das philosophische Tarotsystem ( vom Charakter her bildhaft, was es für unser Unterbewusstsein zugänglich macht) gibt uns einen Stutzpunkt, eine Möglichkeit die Menschen und Ereignisse in unserem Leben einzuordnen, indem es uns wie ein eigenartiges Spiegel dient, in dem wir uns in einem bestimmten Zeitpunkt sehen („spiegeln“)- mit allen unseren Pluse und Minuse, starke und schwache Seiten, Ängste und Hoffnungen, Misserfolge und Erfolge. Wir bekommen Information über die „Haltestelle“, auf der wir uns in unserem Lebensweg befinden, über die Lektionen, die wir lernen müssen und die für uns im größeren oder kleineren Zeitabstand und überhaupt in breiter existenzialer Sicht aktuell sind. Die Arbeit mit Tarot beinhaltet die aktive und passive Weltvorgehensweise. Indem wir Tarot vetrauen, öfnnen wir uns für die Information, wir nehemen sie an, damit wir nachher aktiv über sie nachdenken können, sie bearbeiten und praktisch wenden können. Und auf diese Weise, wenn wir uns selbst ändern, ändern wir auch die Welt um uns herum, indem wir die Harmonie innerhalb und außerhalb von uns erhöhen. Unsere Fragen können alles, was uns aufregt und interessiert betreffen, sie können rein vorhersaghaft gerichtet sein( z. Bsp. „Schaffe ich die kommende Prüfung?“), aber die wahre Reichhaftigkeit dieses Systems liegt darin, dass wir die Antwort auf die Frage „Warum“, auf die Frage nach dem Sinn bekommen können, um uns auf diese Weise an die Urquelle richten können, die Wurzel des Problems finden, alles in einer breiteren Perspektive umfangen, ohne dass wir uns mit dem konkreten Detail, Symptom zu begrenzen, der selbstverständlich auch seine Rolle und Bedeutung hat, aber nur ein kleinerer oder größerer Teil vom ganzen Puzzel ist, das wir Tag für Tag, Jahr für Jahr und Leben für Leben meistern.
Mit dem Bewusstsein, dass es keine Zufälle gibt, dass der sogenannte „Zufall“ nur etwas ist, das wir uns wegen unserer begrentzten zeitlich-räumlichen Wissen nicht erklären können, werden wir früher oder später Geteztmäßigkeit in allem finden, wir werden verstehen und akzeptieren, dass alles das Recht auf Existenz hat und alles hat seine Rolle in unserem Leben, und zwar uns helfen, unser Weg zu finden und zurückzulegen.
Wir öffnen unsere Augen fur die Vielseitigkeit, Vielfarbigkeit von allem, wir begreifen, dass das Böse von gestern das heutige Wohl sein konnte und umgekehrt, wir sehen, wie wir verlieren, indem wir gewinnen und gewinnen, indem wir verlieren und wie wir mit einem eigenseitigen, schwarz-weißen Behalten auf alle anderen Farben des Spektrums verzichten müssen. Erst dann ist unsere Reaktion nicht verteidigend, sondern wir öffnen uns, wir nehem an, wir verstehen, wir erlernen freiwillig die individuellen Lektionen unseres eigenen Schicksals in der Schule des Lebens.
Jede Karte ist allein für sich ein unübersehbares und unerschöpfliches Symbol, indem zugleich die verschiedenen Karten in unendlich vielen Kombinationen unter einander stehen können, sie widerspiegeln auf diese Weise die bunte Vielfalt und die individuelle Spezifik unseres momentanen Zustands, weil der Mensch ein dynamisches System ist, das sich ständig entwickelt, darum besitzt er die einzigartige Eigenschaft, durch sich selbst alles um sich herum zu beeinflussen und zu verändern. Tarot hat einen allgemein gültigen und gleichzeitig einen streng individuellen Charakter. Jeder Mensch kommuniziert mit diesem System auf eine spezifische Weise, charakteristisch nur für ihn selbst- eine Weise, die mit seinen zeitlichen, räumlichen, intelektuellen, ematioanlen Charakteristiken im Einklang steht. In dem man sein Bewusstsein entwickelt,erweitert und vertieft, vertieft, entwickelt und erweitert man auch seine „Kooperation“ mit Tarot, indem man immer die Information in der Menge bekommt, die man in dem Moment braucht. Falls man sich oberflächlich und unernst verhält-dieselbe Behandlung wird man auch entgegenbekommen.Falls man aufmerksam, ernst und vertieft die Zeichen liest, werden sie ihm auf dieselbe Sprache, auf dieselbe Frequenz antworten.
Nichts kommt zu uns aus dem „Nirgendwo“. Alles, was uns passiert, ist eine Antwort auf eine Frage, die wir heute, gestern, bevor Jahren, im vorigen Leben gestellt haben. Oder eine Frage, dessen Antwort wir jetzt geben sollen, eine Ernte vom Samen, die wir gesät haben, oder einen Samen für Ernte, den wir jetzt säen. Wir transformieren die Konsequenzen aus der Vergangenheit und schaffen gleichzeitig die Grundlagen der Zukunft. Wie absurd es auch sein mag, die Formulierung „Ich hab ihn getreten, weil er mich danach geschlagen hat“ ist im Grunde genommen sehr wahr. Jede Folge ist gleichzeitig auch Ursache, deren Charakteristik von unserer Reaktion, von unserer Transformation abhängig ist. Die Nachklänge der Vergangenheit sind ein Echo zu der Zukunft und wir stehen in der Mitte zwischen Vergangenheit und Zukunft, wir nehmen an, bearbeiten und schicken Impulse, Botschaften in beiden Richtungen.
Indem wir auf uns arbeiten, indem wir verändern und verstehen, erschaffen wir wieder und wieder die Welt um uns herum. Und die Harmonie von allem, was uns umgibt, ist der am meist genauere Indikator für unsere innere Harmonie, die Harmonie unseres inneren Universums.
© Iliana Smilyanova
Übersetzung aus dem Bulgarischen: Iva Galova